CSU-Generalsekretär plädiert für den Bau kleiner Kernkraftwerke - CSU fordert kleine Atomreaktoren – doch Merz blockt den Kurswechsel
In Deutschland ist die Debatte um die Atomkraft neu entfacht, nachdem CSU-Generalsekretär Martin Huber den Bau von kleinen modularen Reaktoren (SMR) befürwortet hat. Seine Position steht im Widerspruch zu Bundeskanzler Friedrich Merz, der betont, der beschlossene Atomausstieg bleibe endgültig. Die Diskussion fällt in eine Zeit, in der weltweit das Interesse an SMR wächst – selbst große Technologiekonzerne prüfen mittlerweile ihren Einsatz für Rechenzentren.
Huber argumentiert, frühere Entscheidungen zum Atomausstieg hätten sich ausschließlich auf Großreaktoren bezogen, nicht jedoch auf die neueren, kleinen modularen Konstruktionen. Er verwies auf ihr Potenzial, den steigenden Strombedarf zu decken – insbesondere für die Rechenzentren, die Unternehmen wie Meta und Amazon planen. Berichten zufolge ziehen diese Konzerne SMR in Betracht, um ihre Standorte mit Energie zu versorgen.
Die Technologie wird bereits begrenzt eingesetzt: Vier SMR sind derzeit in Betrieb – zwei in Russland, einer in China und einer in Japan. In Ländern wie den USA, Kanada, Großbritannien und mehreren EU-Staaten befinden sich zahlreiche weitere Projekte in der Entwicklung.
Hubers Haltung deckt sich mit jüngsten Äußerungen von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Sie hatte den Verzicht auf Kernenergie als "strategischen Fehler" bezeichnet und EU-Fördergelder für den Sektor angekündigt. Huber betonte zudem, eine stabile Energieversorgung sei entscheidend, um die industrielle Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu sichern.
Während Huber SMR als Lösung für Energie- und Wirtschaftsfragen vorantreibt, beharrt Kanzler Merz darauf, dass der Atomausstieg in Deutschland nicht zur Disposition stehe. Die Debatte spiegelt globale Trends wider, bei denen Regierungen und Unternehmen kleine Reaktoren zunehmend als Energiequelle in Betracht ziehen. Vorerst bleibt die offizielle Position Deutschlands jedoch unverändert.