Demografischer Wandel droht globale Arbeitsmärkte aus dem Gleichgewicht zu bringen
Niklas MeyerDemografischer Wandel droht globale Arbeitsmärkte aus dem Gleichgewicht zu bringen
Demografische Verschiebungen verändern die globale Arbeitswelt in einem noch nie dagewesenen Tempo. Experten warnen, dass Ungleichgewichte zwischen Arbeitskräfteangebot und -nachfrage bald zur Normalität werden – mit dramatischen Unterschieden zwischen den Regionen.
Für das Jahr 2020 wurde für Frankreich, das Vereinigte Königreich und Italien noch ein leichter Überschuss an Arbeitskräften prognostiziert. Doch alle drei Länder müssen bereits im nächsten Jahrzehnt mit Engpässen rechnen. In Deutschland ist die Lücke am Arbeitsmarkt bereits jetzt gravierend: Bis 2020 könnte ein Mangel von bis zu 2,4 Millionen Arbeitskräften bestehen, der sich bis 2030 auf 8,4 bis 10 Millionen erhöhen wird.
China verfügt derzeit noch über einen Überschuss von 55,2 bis 75,3 Millionen Arbeitskräften, doch bis 2030 könnte sich dies in ein Defizit von bis zu 24,5 Millionen verkehren. Auch Brasilien steht vor einem wachsenden Arbeitskräftemangel, der 2020 bei bis zu 8,5 Millionen beginnen und bis 2030 stark auf 40,9 Millionen ansteigen wird. Die USA hingegen werden voraussichtlich weiterhin einen Überschuss verzeichnen: 2020 waren es 17,1 bis 22 Millionen zusätzliche Arbeitskräfte, doch bis 2030 wird dieser auf mindestens 7,4 Millionen sinken.
Diese Ungleichgewichte auf dem Arbeitsmarkt werden erhebliche Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum und die Wettbewerbsfähigkeit haben. Eine ausgewogene Arbeitskräfteverteilung wird selten sein, und die regionalen Unterschiede werden in den kommenden Jahren noch deutlicher werden.
