Deutschlands WM-Krise: Warum die DFB-Elf gegen Paraguay alles riskiert
Claudia SchmitzDeutschlands WM-Krise: Warum die DFB-Elf gegen Paraguay alles riskiert
Die deutsche Fußballnationalmannschaft hat bisher einen schwierigen WM-Verlauf hinter sich. Obwohl das Team ein Turnier ohne politische Ablenkungen anstrebte, blieben die Leistungen weiterhin unbeständig. Die Probleme der Mannschaft stehen nun noch stärker in der Kritik.
Die DFB-Elf startete mit einem Sieg gegen Curaçao, gefolgt von einem knappen Erfolg über die Elfenbeinküste. Eine anschließende Niederlage gegen Ecuador legte jedoch deutliche Schwächen im Spiel offen. Besonders die Defensive, vor allem auf der rechten Seite mit Joshua Kimmich und Manuel Neuer, wirkte im gesamten Turnier anfällig.
Bundestrainer Julian Nagelsmann räumte Probleme mit der körperlichen Präsenz und der Vermeidung von Eins-gegen-Eins-Duellen ein. Der Angriff, besetzt mit Spielern ähnlicher Spielweise, wirkt oft vorhersehbar, wenn der Zentrumsbereich überladen ist. Traditionell stark gegen favorisierte Gegner, hat Deutschland Schwierigkeiten gegen Teams, die aggressiv pressen und taktisch diszipliniert agieren.
Sportdirektor Rudi Völler erkannte das Risiko eines vorzeitigen Scheiterns im Turnier an, betonte jedoch vor dem K.-o.-Spiel gegen Paraguay das Vertrauen in die Mannschaft. Der Verzicht auf politische Statements lenkte diesmal die gesamte Aufmerksamkeit auf die sportlichen Ergebnisse. Früher wurden äußere Faktoren wie Proteste oder Einzelspieler wie Mesut Özil oft für schwache Leistungen verantwortlich gemacht – möglicherweise, um tiefere Probleme im Team zu überspielen.
Zu den wenigen Lichtblicken zählen Nathaniel Brown und Deniz Undav, die durch ihre Explosivität und Dynamik überzeugten. Ihre Leistungen waren seltene positive Momente in einer ansonsten enttäuschenden WM-Vorbereitung.
Deutschlands WM-Auftritt hat anhaltende taktische und physische Defizite offenbart. Die Unfähigkeit, sich gegen pressende Gegner anzupassen, sowie die defensiven Schwächen wurden schonungslos aufgedeckt. Das bevorstehende K.-o.-Spiel gegen Paraguay wird nun zur entscheidenden Nagelprobe, ob die Mannschaft diese Mängel beheben kann.
