25 May 2026, 02:13

Elterngeld-Streit eskaliert: Drohen Kürzungen trotz Rekordtief bei Geburten?

 ehemalige Familienministerin Giffey warnt vor Kürzungen bei Elterngeld

Elterngeld-Streit eskaliert: Drohen Kürzungen trotz Rekordtief bei Geburten?

Eine Debatte über mögliche Kürzungen der deutschen Elterngeldleistungen hat heftige Reaktionen von Politikern und Familienverbänden ausgelöst. Medienberichten zufolge könnte Familienministerin Karin Prien die Mittel im Rahmen von Sparmaßnahmen um etwa 350 Millionen Euro kürzen. Kritiker warnen, dass solche Einschnitte zum falschen Zeitpunkt kommen – schließlich sind die Geburtenraten seit 1946 nicht mehr so niedrig gewesen.

Die ehemalige Familienministerin Franziska Giffey hat sich gegen die geplanten Streichungen ausgesprochen. Sie betont, dass das Elterngeld eine doppelte Funktion erfülle: Es unterstütze Familien und sei zugleich ein zentrales Instrument der Arbeitsmarktpolitik. Giffey forderte zudem Reformen, um eine gerechtere Aufteilung der Elternzeit zwischen Müttern und Vätern zu erreichen. Aktuell beziehen 74 Prozent der Leistungen weiterhin Frauen.

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Auch Wolfgang Kubicki, designierter Vorsitzender der Freien Demokratischen Partei (FDP), übt Kritik. Er bezeichnete mögliche Kürzungen als „falsches Signal“ und teilte die Sorgen über die Belastungen für berufstätige Eltern.

Britta Altenkamp, Leiterin des Zukunftsforums Familie (ZFF), nannte die Diskussion ein „katastrophales Zeichen“ für Eltern. Ihre Äußerungen spiegeln die Befürchtung wider, dass geringere Leistungen die ohnehin schwache Geburtenrate in einem Land mit massiven demografischen Herausforderungen weiter schwächen könnten.

Der Streit eskaliert vor dem Hintergrund historisch niedriger Geburtenzahlen und anhaltender Ungleichheiten bei der Inanspruchnahme der Elternzeit durch Männer und Frauen. Eine endgültige Entscheidung über die Kürzungen liegt bei Ministerin Prien, deren Ministerium die berichteten 350 Millionen Euro Einsparungen bisher nicht bestätigt hat. Das Ergebnis könnte Tausende Familien treffen, die auf das bestehende System angewiesen sind.

Quelle