Energiewende treibt Netzentgelte in die Höhe – Verbraucher zahlen die Zeche
Mia SchmittEnergiewende treibt Netzentgelte in die Höhe – Verbraucher zahlen die Zeche
Die Kosten der deutschen Energiewende schlagen nun auf die Netzentgelte durch – und sorgen bei Verbrauchern und Wirtschaftsverbänden für Besorgnis. Der niederländische Netzbetreiber Tennet hat für das Jahr 2017 eine Erhöhung seiner Netzentgelte um 80 Prozent angekündigt. Bereits in den vergangenen Jahren waren die Gebühren für einen durchschnittlichen Haushalt um jährlich 37 Euro gestiegen.
Die Bundesnetzagentur hat die erlaubten Gewinnmargen für Netzbetreiber ab der Regulierungsperiode 2018/2019 gekürzt. Bei neuen Netzanlagen sinkt die Marge von 9,05 auf 6,91 Prozent, bei älteren Systemen von 7,14 auf 5,12 Prozent. Diese Kürzungen könnten die Renditen für Aktionäre schmälern, wobei kleinere Betreiber voraussichtlich am stärksten betroffen sein werden.
Allein im Jahr 2015 entfiel auf Tennet rund 70 Prozent der Gesamtkosten für die Netzstabilisierung. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) argumentiert, dass die tatsächliche Gewinnmarge der Netzbetreiber bereits bei nur 5,83 Prozent liege – und damit unter den aktuell regulierten Sätzen.
Die Änderungen werden die zulässigen Gewinne der Netzbetreiber verringern. Während Haushalte mit höheren Gebühren belastet werden, könnten kleinere Unternehmen mit schrumpfenden Margen kämpfen. Ziel der Anpassungen ist es, die Kosten im Rahmen der fortschreitenden Energiewende unter Kontrolle zu halten.
