25 June 2026, 14:14

Entwicklungshilfe in der Krise: Hilfsorganisationen fordern radikale Reformen von der Bundesregierung

Hilfsorganisationen kritisieren fehlende Strategie

Entwicklungshilfe in der Krise: Hilfsorganisationen fordern radikale Reformen von der Bundesregierung

Am Mittwoch präsentierten Mathias Mogge und Joshua Hofert ihre jährliche Bewertung der deutschen Entwicklungspolitik. Die Generalsekretäre von Welthungerhilfe und Terre des Hommes wiesen auf wachsende Herausforderungen im Sektor hin. Sie warnten vor steigendem Druck durch Krisen, Kriege und die Folgen des Klimawandels auf die weltweiten Hilfsbemühungen.

Mogge und Hofert kritisierten den aktuellen Ansatz der Bundesregierung in der Entwicklungszusammenarbeit. Sie argumentierten, dass die Reformpläne von Entwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan an einer klaren Strategie mangeln und zivilgesellschaftliche Akteure stärker in Entscheidungsprozesse einbinden müssen. Die Organisationen betonten zudem, dass wirtschaftliche Zusammenarbeit nur dann funktionieren könne, wenn sie sich an lokalen Partnern orientiere und deutsche Interessen mit denen der Empfängerländer in Einklang bringe.

Das Duo forderte eine deutliche Erhöhung der Mittel für humanitäre Hilfe. Ihr Vorschlag sieht vor, das Budget im nächsten Bundeshaushalt von einer Milliarde auf 2,8 Milliarden Euro anzuheben. Mogge unterstrich, dass es in der Hilfe auf Qualität statt auf Quantität ankomme, und plädierte für weniger Bürokratie sowie mehr Autonomie für zivilgesellschaftliche Gruppen. Zudem betonte er die Bedeutung präventiver Maßnahmen, die nicht nur auf Nothilfe beschränkt bleiben dürften.

Seit 2022 hat die Bundesregierung den Etat für Entwicklungszusammenarbeit um ein Drittel gekürzt. Für 2027 sind weitere Kürzungen geplant, was bei Hilfsorganisationen auf Besorgnis stößt. Hofert ergänzte, dass Reformen nicht allein von Berlin aus gesteuert werden dürften, sondern Partnerländer, lokale Zivilgesellschaft und junge Menschen substantiell einbeziehen müssten. Beide warnten, dass eine Politisierung der Hilfe deren Grundprinzipien – Neutralität, Unabhängigkeit und bedarfsgerechte Unterstützung – untergraben könne.

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Die Organisationen drängten auf rasches Handeln, um diese Probleme zu lösen. Gefordert werden höhere Mittel, weniger bürokratische Hürden und ein inklusiverer Ansatz bei den Reformen. Ohne diese Änderungen, so ihre Überzeugung, werde die Wirksamkeit und Glaubwürdigkeit der deutschen Entwicklungshilfe weiter schwinden.

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