EU-Pläne gegen Methanlecks: Warum Deutschland und Partner die Bremse ziehen
Niklas MeyerEU-Pläne gegen Methanlecks: Warum Deutschland und Partner die Bremse ziehen
Die EU bereitet neue Vorschriften vor, um Methanlecks in den globalen Lieferketten für Öl und Gas zu reduzieren. Ab dem nächsten Jahr müssen Importe in den Binnenmarkt einer Überwachung und Verifizierung der Emissionen unterzogen werden. Methan, ein besonders klimawirksames Treibhausgas, steht nach Kohlendioxid im Fokus der Klimapolitik.
Deutschland hat sich gemeinsam mit anderen EU-Regierungen gegen die geplanten Methanregeln ausgesprochen. Berlin warnt, die Verordnung könnte Importe von Erdölprodukten einschränken, darunter auch Kerosin für die Luftfahrt. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche erklärte, die Vorschriften könnten ab 2027 die Einfuhren von Gas und Öl blockieren.
Zwölf weitere EU-Staaten fordern eine dreijährige Verschiebung der Regelungen. Die Europäische Kommission steht vor der Herausforderung, Klimaziele mit Versorgungsrisiken in einem instabilen Markt in Einklang zu bringen. Krieg, Lieferkettenstörungen und knappe Raffineriekapazitäten belasten das europäische Energiesystem zusätzlich.
Auch von außerhalb Europas gibt es Widerstand. Die USA haben vor möglichen Störungen ihrer Gaslieferungen in die EU gewarnt. Die EU-Minister werden bald über den vorgeschlagenen Aufschub beraten. Ziel der Verordnung ist es, die Methanüberwachung für in die Union eingeführte Brennstoffe durchzusetzen. Die Auswirkungen auf die Energiesicherheit und den Handel bleiben jedoch eine zentrale Sorge für Regierungen und Lieferanten.
