Gänseliesel wird 125: Göttingen feiert seine berühmteste Kulturikone
Niklas MeyerGänseliesel wird 125: Göttingen feiert seine berühmteste Kulturikone
Göttingen bereitet sich auf das 125-jährige Jubiläum seines berühmtesten Wahrzeichens vor: den Gänseliesel-Brunnen. Am 9. April 2026 eröffnet das Städtische Museum Göttingen die Sonderausstellung "Liebt eigentlich jeder Liesel?" – eine Hommage an die Geschichte, Traditionen und kulturelle Bedeutung der beliebten Statue, die seit ihrer Enthüllung im Jahr 1901 zum Symbol der Stadt geworden ist.
Der Gänseliesel-Brunnen entstand nach einem Wettbewerb im Jahr 1897, für den rund 40 Künstler:innen und Architekt:innen 46 Entwürfe einreichten. Der Bildhauer Paul Nisse setzte sich mit seiner Darstellung einer Gänsemagd durch, und 1901 wurde die Bronzefigur gegossen. Aufgestellt auf dem Marktplatz, entwickelte sie sich schnell zu einem prägenden Merkmal Göttingens.
Die Ausstellung vereint erstmals die Originalfigur von 1901 mit ihrer weniger bekannten "Leipziger Schwester", einem zweiten Abguss. Besucher:innen erfahren mehr über die Rolle des Brunnens in lokalen Bräuchen – etwa beim "Doktorkuss", bei dem frisch promovierte Doktorand:innen die Statue nach ihrer Disputation küssen. Gezeigt wird auch, wie die Gänseliesel den Tourismus, akademische Rituale und sogar das moderne Stadtbild geprägt hat, etwa durch Ampeln mit ihrem Umriss.
Zum Jubiläum gibt das Museum eine zweisprachige Broschüre auf Deutsch und Englisch heraus. Die Eröffnung findet am 9. April 2026 um 18:30 Uhr in der Galerie Alte Feuerwache statt; die Ausstellung läuft bis zum 18. Oktober 2026.
Die Schau zeichnet den Weg der Gänseliesel nach – vom Entwurfswettbewerb des 19. Jahrhunderts zur Kulturikone des 21. Jahrhunderts. Im Fokus stehen ihre Bedeutung für das Studentenleben, die Geschlechterdarstellung und das öffentliche Image Göttingens. Erstmals sind Original und Replik nebeneinander zu sehen.






