Gerichte stoppen rechtswidrige Grenzkontrollen – doch die Bundespolizei hält an Praktiken fest
Tim KellerGerichte stoppen rechtswidrige Grenzkontrollen – doch die Bundespolizei hält an Praktiken fest
Deutschland führt seit September 2024 an allen Landesgrenzen Kontrollen durch. Die Maßnahmen wurden im Mai 2025 unter Innenminister Alexander Dobrindt weiter verschärft. Gerichte haben jedoch inzwischen entschieden, dass diese stichprobenartigen Überprüfungen rechtswidrig sind.
Erst kürzlich erklärte das Verwaltungsgericht Koblenz die aktuellen Grenzkontrollen für unzulässig. Bereits 2024 war das Bayerische Verwaltungsgericht zu einem ähnlichen Urteil gelangt. Trotz dieser Rechtsprechung arbeitet die Bundespolizei weiterhin nach dem bestehenden System.
Andreas Roßkopf, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) für die deutsche Bundespolizei, kritisierte die ausbleibende Reform. Er forderte „moderne, flexible Grenzkontrollen“ als Ersatz für das aktuelle Vorgehen. Seiner Einschätzung nach führten strengere Überprüfungen im vergangenen Sommer nur zu geringfügigen Reisebehinderungen.
Die Bundespolizei konzentriert sich mittlerweile auf bestimmte Fahrzeugtypen und verdächtige Kennzeichen statt auf normale Urlauber. Roßkopf betonte zudem, dass mit größeren Staus in der bevorstehenden Ferienzeit nicht zu rechnen sei. Unterdessen drängt die EU Deutschland dazu, die Grenzkontrollen schrittweise abzubauen.
Die gerichtlichen Entscheidungen werfen Fragen zur Zukunft der deutschen Grenzpolitik auf. Die Polizei hat ihre Methoden angepasst, um Beeinträchtigungen zu minimieren. Die Regierung steht vor der Herausforderung, das System zu reformieren und gleichzeitig den Forderungen der EU nachzukommen.






