25 May 2026, 02:13

Holzingers Pfingst-Spektakel sprengt Tabus zwischen Wien und Prinzendorf

Florentina Holzingers 'Pfingstspiel' mit Friedenstauben und Monstertrucks

Holzingers Pfingst-Spektakel sprengt Tabus zwischen Wien und Prinzendorf

Florentina Holzinger inszeniert ein provokantes Pfingst-Spektakel in Wien

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Mit einer mutigen Mischung aus spektakulärer Bühnenshow und tabubrechenden Themen hat Florentina Holzinger in Wien ein ungewöhnliches Pfingstfest auf die Beine gestellt. Die Aufführung begann im Wiener Eislaufverein, bevor sie nach Schloss Prinzendorf wechselte – dem historischen Wirkungsort von Hermann Nitschs avantgardistischem Orgien-Mysterien-Theater. Das Publikum erlebte eine Abfolge extremer Bilder, akrobatischer Kunststücke und symbolträchtiger Akte, die gezielt gesellschaftliche Konventionen herausforderten.

Den Auftakt bildete eine atemberaubende Szene: Eine nackte Frau ließ sich in Zeitlupe an der Fassade des Intercontinental Hotels hinab. Im Inneren des Veranstaltungsorts inszenierte Holzinger mit ihrem rein weiblichen Ensemble ein Letztes Abendmahl, umgeben von Darstellerinnen, die als Nitsch selbst kostümiert waren. Anschließend verlegte sich das Geschehen nach Schloss Prinzendorf, wo dreizehn Frauen im Innenhof an Haken aufgehängt wurden – diese durchdrangen ihre Schultern und Knie.

In Anlehnung an Nitschs Orgien-Mysterien-Theater integrierte Holzinger eine Malaktion: Drohnen filmten Nahaufnahmen der Performerkörper, in deren Haut Haken eingelassen waren. Der Höhepunkt zeigte Holzinger und ihre „Jüngerinnen“ schwebend über dem Publikum, sanft in der Luft pendelnd. Zuvor hatte ein Monstertruck einen Panzer zerquetscht – eine Friedensgeste –, während eine Fallschirmspringerin mit einer Taubenhaube wie der Heilige Geist vom Himmel stieg.

Die Produktion setzte auf eine opulente Bühnentechnik: Autos, ein Motorrad und sogar ein Fallschirmsprung kamen zum Einsatz. Jedes Element unterstrich die Botschaft der Show – die Rückeroberung künstlerischer Räume durch Frauen und den Bruch mit Tabus.

Holzingers Pfingststück vereinte Schockmomente, Symbolkraft und luftige Akrobatik. Die Premiere markierte ihre erste Inszenierung des Festes und hinterließ beim Publikum eindringliche, konfrontative Bilder. Indem sie Nitschs Erbe mit feministischen Themen verband, sprengte die Produktion Grenzen – sowohl in der Form als auch in der Aussage.

Quelle