John Eliot Gardiner: Warum sein Verhalten beim Bach-Festival für Empörung sorgt
Niklas MeyerJohn Eliot Gardiner: Warum sein Verhalten beim Bach-Festival für Empörung sorgt
Dirigent John Eliot Gardiner steht wegen seines Verhaltens beim Bach-Festival erneut in der Kritik. Der Vorfall hat die Debatte über sein früheres Wirken in der klassischen Musikszene wiederbelebt. Manche fragen sich nun, ob sein Verhalten im heutigen Klima noch akzeptabel ist.
Während des Schlussapplauses beim Festival nahm Gardiner eine Schriftrolle von einer Mitarbeiterin und schob sie ihr unter das Hemd. Sie schien sich gegen seine Geste zu wehren. Später behauptete er, die Reaktion habe ihn überrascht – er habe die Rolle lediglich hinter ihre Kette legen wollen.
Es ist nicht der erste Eklat um Gardiner. Bereits zuvor hatte er sich für einen angeblichen Backstage-Vorfall in Frankreich entschuldigt, bei dem er einem Bassisten eine Ohrfeige gegeben haben soll. Nach dem jüngsten Zwischenfall verweigerte ihm sein eigener Monteverdi-Chor die weitere Zusammenarbeit.
Trotz solcher Vorfälle wurde Gardiners Verhalten in der klassischen Musikbranche oft ignoriert oder verharmlost. Nach dem letzten Vorfall gründete er das Constellation Ensemble. Doch die gesellschaftlichen Maßstäbe haben sich gewandelt – sein Handeln wird nun kritischer hinterfragt. Während manche seine Aktionen als harmloses Missverständnis abtun, sehen andere darin eine klare Grenzüberschreitung.
Die Zukunft des Dirigenten in der Branche bleibt ungewiss. Sowohl seine Vergangenheit als auch die jüngsten Vorfälle stehen weiterhin in der Diskussion. Der Fall zeigt, wie sich die Erwartungen an professionelles Verhalten in der Kunstwelt verändern.
