KiBiz-Reform in NRW: Kitas protestieren gegen drohende Personalnot und Kostenexplosion
Claudia SchmitzKiBiz-Reform in NRW: Kitas protestieren gegen drohende Personalnot und Kostenexplosion
Kitas und Träger in Nordrhein-Westfalen protestieren gegen geplante Änderungen des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz)
In ganz Nordrhein-Westfalen demonstrieren Kindertageseinrichtungen und Träger gegen die geplanten Reformen des Landes-Kinderbildungsgesetzes (KiBiz). Die Änderungen, die bei einer Zustimmung ab nächsten Jahr in Kraft treten sollen, sorgen für Besorgnis – vor allem wegen Personalmangels und steigender Kosten.
Im St.-Josef-Kindergarten Saalhausen in Lennestadt versammelten sich Eltern und Erzieher:innen unter dem Motto "Wir sind sprachlos", um ihren Widerstand zum Ausdruck zu bringen. Organisiert wurde die Aktion vom Trägerverbund WIR-KITAs, an der rund 50 Kinder, Fachkräfte und Eltern teilnahmen. Vanessa Frankenthal, Leiterin der Einrichtung, warnte, dass die Bedürfnisse der Kinder bereits jetzt wegen Unterbesetzung nicht ausreichend erfüllt würden.
Auch im Sauerland gibt es scharfe Kritik an dem Gesetzentwurf, insbesondere am geplanten "Kern- und Randzeiten"-Modell. Die aktuelle KiBiz-Reform, die im Januar eingeführt wurde, habe die Inflation nicht berücksichtigt, sodass viele Einrichtungen finanziell an ihre Grenzen gerieten, so die Vorwürfe. Explodierende Energiekosten und der Mangel an qualifiziertem Personal bleiben die größten Sorgen.
Die Landesregierung hat als Reaktion zusätzliche 200 Millionen Euro für das kommende Kita-Jahr ab August zugesagt. Doch Erzieher:innen und die Gewerkschaft Verdi verweisen weiterhin auf Probleme wie überfüllte Gruppen und fehlendes Fachpersonal in der Region.
Die geplanten Reformen stoßen bei den Beschäftigten in der frühkindlichen Bildung auf massiven Widerstand. Sollten die Änderungen umgesetzt werden, könnte dies die ohnehin schon unter Finanz- und Personalnot leidenden Kitas weiter belasten. Zwar könnte die zusätzliche Förderung einige Probleme abmildern – doch Kritiker:innen fordern deutlich mehr Unterstützung, um die anhaltenden Herausforderungen zu bewältigen.






