Knuspr senkt Steuern auf vegane Milch – und setzt Politik unter Druck
Knuspr erweitert veganes Sortiment 2024 um 25 Prozent
Die Supermarktkette Knuspr hat ihr veganes Angebot im Jahr 2024 um 25 Prozent ausgebaut. Mittlerweile führt das Unternehmen über 6.000 pflanzliche Produkte, darunter mehr als 600 streng vegane Artikel. Eine neue Initiative soll zudem ab kommendem Jahr die Kosten für Kund:innen senken, die zu pflanzlichen Milchalternativen greifen.
Während pflanzliche Milchprodukte derzeit mit 19 Prozent Mehrwertsteuer belastet werden, liegt der Steuersatz für Kuhmilch bei nur sieben Prozent. Diese Preisdifferenz hat Knuspr dazu veranlasst, die Initiative „SIEBENPROZENT“ ins Leben zu rufen: Ab Januar 2025 wird der Supermarkt die Mehrwertsteuer auf pflanzliche Milch auf sieben Prozent reduzieren – die Differenz übernimmt das Unternehmen bis zu einer gesetzlichen Anpassung selbst.
Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund steigender Nachfrage nach veganen Produkten. Laut dem Ernährungsreport 2024 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ernähren sich mittlerweile 10 Prozent der Deutschen täglich vegetarisch oder vegan – ein Anstieg um fünf Prozentpunkte seit 2020. Besonders beliebt sind pflanzliche Milchalternativen: 10 Prozent der Bevölkerung trinken sie täglich, 39 Prozent kaufen sie regelmäßig.
Bei Knuspr entfallen mittlerweile acht Prozent des monatlichen Nettoumsatzes auf vegane Produkte. Fast jeder dritte Einkaufskorb enthält ein veganes Produkt, wobei Milchalternativen zu den meistverkauften Artikeln zählen. Die Kette führt zudem exklusive vegane Marken wie Jay & Joy und The Green Garden.
Mark Hübner, Geschäftsführer von Knuspr, betont, dass pflanzliche Milch nicht teurer sein dürfe als Kuhmilch. Das Unternehmen plant, die „SIEBENPROZENT“-Initiative so lange fortzuführen, bis der Gesetzgeber die Mehrwertsteuersätze offiziell angleicht.
Durch die Maßnahme werden die Preise für pflanzliche Milchprodukte ab dem nächsten Jahr sinken. Die Erweiterung des veganen Sortiments bei Knuspr spiegelt die wachsende Verbrauchernachfrage nach fleisch- und milchfreien Alternativen wider. Gleichzeitig setzt die Initiative die Politik unter Druck, die Mehrwertsteuer für alle Milchprodukte zu vereinheitlichen.






