Kushners Luxusresort in Albaniens Wildfluss-Nationalpark löst "Flamingo-Revolution" aus
Niklas MeyerKushners Luxusresort in Albaniens Wildfluss-Nationalpark löst "Flamingo-Revolution" aus
Albanien, ein kleines Balkanland an der Adria, steht wegen eines geplanten Luxusresorts in der Kritik. Jared Kushner, der Schwiegersohn des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, will in der Vjosa-Narta-Mündung, Europas erstem Nationalpark für Wildflüsse, ein Milliardenprojekt verwirklichen. Das Gebiet ist ein lebenswichtiger Lebensraum für seltene Flamingos, Pelikane und Schildkrötenbrutstätten.
Kushners Investmentfirma Affinity Partners wurde gegründet, um die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Israel und arabischen Staaten zu stärken. Die albanische Regierung verlieh dem Unternehmen den Status eines „strategischen Investors“, wodurch es Umweltprüfungen umgehen darf. Diese Entscheidung löste öffentliche Empörung aus und führte zu Protesten, die als „Flamingo-Revolution“ bezeichnet werden.
Albanien ist ein mehrheitlich muslimisches, aber säkulares Land, ein proamerikanisches NATO-Mitglied und ein EU-Beitrittskandidat. Die EU hat jedoch wiederholt Bedenken wegen Korruption und schwacher Rechtsstaatlichkeit geäußert – das Land erhielt 2014 den Kandidatenstatus. Unterdessen hat Ministerpräsident Edi Rama die Volksmudschaheddin (MEK), eine iranische Exilgruppe, aufgenommen und Tausende ihrer Mitglieder vom Irak nach Albanien umgesiedelt.
Das Resort-Projekt stößt wegen seiner möglichen Umweltfolgen auf scharfe Kritik. Die beschleunigte Genehmigung durch die Regierung hat die Prüfung der regulatorischen Praktiken verschärft. Die Proteste und die Vorbehalte der EU verdeutlichen die anhaltenden Spannungen zwischen wirtschaftlichem Wachstum und Umweltschutz im Land.






