Lufthansa City Airlines startet mit ehrgeizigen Plänen und Kritik von Gewerkschaften
Claudia SchmitzLufthansa City Airlines startet mit ehrgeizigen Plänen und Kritik von Gewerkschaften
Lufthansa City Airlines hebt offiziell ab – ein neues Kapitel für die deutsche Luftfahrtgruppe
Die Lufthansa City Airlines hat ihren Betrieb aufgenommen und leitet damit eine neue Ära für den deutschen Luftfahrtkonzern ein. Am 26. Juni 2024 startete die Fluggesellschaft ihre erste Verbindung zwischen München und Birmingham. Das 2022 gegründete Unternehmen will die steigenden Kosten in den Griff bekommen und gleichzeitig seine Flotte in den kommenden vier Jahren deutlich ausbauen.
Der Flugbetrieb begann mit zwei Airbus A319, die zuvor bei Air Berlin, Eurowings und Lufthansa CityLine im Einsatz waren. Bis Ende 2024 sollen zwei bis drei weitere Maschinen hinzukommen. Ab Januar 2025 ist geplant, monatlich mindestens ein neues Flugzeug aufzustocken. Bis 2028 wird die Flotte auf über 50 Maschinen anwachsen, darunter 30 bestellte Airbus A220, deren Auslieferung im Sommer 2026 beginnt.
Die Lufthansa City Airlines löst die Lufthansa CityLine ab, die seit 1993 zum Konzern gehörte. Der Wechsel folgt auf eine Tarifvereinbarung, die die Flugzeuge von CityLine auf maximal 95 Sitze beschränkte – eine Regelung, die es Muttergesellschaften erschweren sollte, über Regionalcarrier Lohnkosten zu drücken. Anders als ihr Vorgänger wird die neue Airline ohne Tarifvertrag operieren, was bereits auf Kritik stößt.
Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hat die Gründung scharf verurteilt und wirft dem Unternehmen vor, sich damit aus Tarifbindungen stehlen zu wollen. Gleichzeitig senkt die Lufthansa die Ausbildungskosten für Nachwuchspiloten deutlich: Künftig übernimmt der Konzern den Großteil der Kosten, sodass angehende Pilotinnen und Piloten nur noch 10.000 Euro statt bisher 60.000 Euro selbst aufbringen müssen.
Die neue Airline startet in einer Phase wachsender finanzieller Belastungen für die Lufthansa – allein die Personalkosten beliefen sich 2023 auf 5,4 Milliarden Euro. Durch den Flotteausbau und Anpassungen in der Personalpolitik will das Unternehmen seine Zukunft sichern. Doch der Verzicht auf Tarifverträge könnte zu weiteren Konflikten mit den Arbeitnehmervertretern führen.






