Merz bremst Kohleausstieg: Soll Deutschland seine Meiler länger laufen lassen?
Mia SchmittMerz bremst Kohleausstieg: Soll Deutschland seine Meiler länger laufen lassen?
Deutschlands Kohleausstieg droht Verzögerungen – Merz plädiert für längeren Betrieb der Meiler
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat angedeutet, Kohlekraftwerke länger als geplant in Betrieb zu halten – eine Aussage, die den Zeitplan für den Kohleausstieg infrage stellt. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der Deutschland mit Versorgungsengpässen kämpft, obwohl der Ausbau erneuerbarer Energien, etwa in der Lausitz, vorangetrieben wird.
Kohle blieb auch im vergangenen Jahr ein wichtiger Pfeiler der deutschen Energieversorgung: 2023 deckte sie noch 26 Prozent des Strombedarfs – ein Rückgang gegenüber rund 40 Prozent im Jahr 2019. Zwar zeigt dies Fortschritte bei der Energiewende, doch Merz warnte, bestehende Kraftwerke müssten möglicherweise länger am Netz bleiben, um Engpässe zu vermeiden.
Die Lausitz, eine traditionelle Bergbauregion, steigt bereits aus der Braunkohle aus. Der Energiekonzern LEAG baut dort Wind- und Solarprojekte aus, um die Wende zu stemmen. Parallel hat die Bundesregierung im Rahmen des Ausstiegsabkommens rund 1,75 Milliarden Euro als Ausgleichszahlung an LEAG bewilligt.
Merz' Vorstoß stößt auf Kritik. Die Grünen forderten Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) auf, mögliche Verzögerungen abzulehnen. Sie betonten, Zusagen an Beschäftigte müssten eingehalten und Investitionen in den Strukturwandel fortgeführt werden.
Die Debatte um die Zukunft der Kohle kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt für die deutsche Energiepolitik. Ein Aufschub könnte sowohl die Klimaziele als auch die geplante Transformation in den Bergbauregionen gefährden. Die nächsten Schritte der Regierung werden zeigen, wie schnell das Land sich von fossilen Energieträgern verabschiedet.






