Münchens erstes gemeinschaftliches Energiesystem startet am Schatzbogen 88
Tim KellerMünchens erstes gemeinschaftliches Energiesystem startet am Schatzbogen 88
Gemeinschaftliches Energiesystem am Schatzbogen 88 in München geht ans Netz
Am Schatzbogen 88 in München ist am vergangenen Wochenende ein neues gemeinschaftliches Energiesystem in Betrieb gegangen. Das Projekt setzt erstmals ein Modell nach Paragraf 42b des deutschen Energiewirtschaftsgesetzes in die Praxis um. Ziel ist es, die Kosten zu senken und die Effizienz für acht Mieter im Gebäude zu steigern.
Entwickelt wurde das System vom Münchner Startup Solation, das sich auf gemeinsame Energielösungen für Mehrparteienhäuser spezialisiert hat. Als Partner waren M-Quadrat, Countrol und Consolinno Energy beteiligt, unterstützt wurden sie von den Stadtwerken München (SWM). Da intelligente Messsysteme (iMSys) installiert wurden, waren keine Änderungen an den bestehenden Zählerschränken nötig.
Kern der Anlage ist eine 64-Kilowatt-Photovoltaikanlage auf dem Dach, kombiniert mit einer dynamischen Energiemanagement-Software. Das System stellt sicher, dass 72 Prozent des erzeugten Solarstroms vor Ort bleiben und entsprechend des Echtzeitbedarfs verteilt werden. Benötigen die Mieter zusätzliche Energie, wird diese automatisch von ihrem jeweiligen Anbieter bezogen.
Durch das Projekt sollen die Betriebskosten um 2,80 Euro pro Quadratmeter und Jahr sinken. Für die Mieter bedeutet das eine Ersparnis von etwa 23 Cent pro Monat. Das Gebäude beherbergt eine Mischung aus Büros, Logistikflächen und Gewerbeeinheiten, die nun alle von der gemeinsamen Versorgung profitieren.
Die Installation am Schatzbogen 88 zeigt, wie gemeinsame Energiesysteme die Ausgaben reduzieren und gleichzeitig die Nutzung von Solarstrom vor Ort maximieren können. Da keine baulichen Veränderungen erforderlich waren, könnte das Modell als Vorlage für ähnliche Gebäude in ganz Deutschland dienen. Der Erfolg des Projekts wird als Testfall für künftige Umsetzungen genau beobachtet werden.






