11 March 2026, 12:13

Münchens OB-Wahl wird zum Krimi nach Reiters Rückzug beim FC Bayern

Ein Mann in einem weißen Hemd und dunklen Hosen sitzt an einem Tisch und schaut ernst, mit dem Text "Die Rasenbetrug" unten im Bild.

Experte: Reiters Schritt scheint nicht glaubwürdig - Münchens OB-Wahl wird zum Krimi nach Reiters Rückzug beim FC Bayern

Münchens Oberbürgermeister-Wahl nimmt unerwartete Wendung nach Dieter Reiters Rückzug vom FC Bayern München

Die Wahl zum Münchner Oberbürgermeister hat eine überraschende Entwicklung genommen, nachdem Dieter Reiter seinen Rücktritt als Präsident des FC Bayern München bekannt gab. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund scharfer Kritik an seiner Führung und eines enttäuschenden Abschneidens in der ersten Runde der Kommunalwahlen. Die Politikwissenschaftlerin Ursula Münch hinterfragte den Zeitpunkt sowohl seines Rückzugs als auch einer spät vorgebrachten Entschuldigung und bezeichnete dies als Teil eines übergeordneten Musters mangelnder Kommunikation.

Reiter trifft nun in der Stichwahl am 22. März auf den Grünen-Kandidaten Dominik Krause – ohne dass sich ein klarer Favorit aus dem knapp umkämpften ersten Wahlgang abzeichnet.

Bei der ersten Runde der Münchner Oberbürgermeister-Wahl am 15. März verfehlte jeder Kandidat die absolute Mehrheit. Der amtierende Oberbürgermeister Dieter Reiter zog zwar in die Stichwahl ein, blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück. Sein Wahlkampf erlitt einen weiteren Dämpfer, als er nach massiver Kritik an seiner Amtsführung beim FC Bayern München von seinem Posten als Vereinspräsident zurücktrat.

Die Politikwissenschaftlerin Ursula Münch kritisierte Reiters verzögerten Rücktritt und die späte Entschuldigung als unzureichend. Sie argumentierte, seine Handlungen spiegelten ein wiederkehrendes Versagen wider, wirksam mit den Wählern zu kommunizieren. Unterdessen schied Clemens Baumgärtner (CSU) aus dem Rennen aus, nachdem er exakt 21,3 Prozent der Stimmen erhalten hatte – derselbe Wert, den seine Partei bereits 2020 erreichte. Eine Verschiebung der Wählergunst zwischen den Wahlgängen blieb aus.

Die Stichwahl bleibt unberechenbar, da sich die Wähler der anderen Kandidaten aus der ersten Runde bisher weder hinter Reiter noch hinter Krause sammeln. Münch lobte zudem die Entscheidung von CSU-Chef Markus Söder, keinen Kandidaten zu unterstützen, und bezeichnete dies als taktischen Meisterzug. Obwohl Reiter als knapper Spitzenreiter in die finale Runde geht, ist sein Sieg keineswegs gesichert.

Reiters Rücktritt beim FC Bayern und seine Schwierigkeiten im Wahlkampf haben seine Kandidatur ins Wanken gebracht. Die Stichwahl am 22. März wird entscheiden, ob er das Oberbürgermeisteramt behält oder an Dominik Krause verliert. Ohne eine klare Verschiebung der Wählerloyalität bleibt der Ausgang offen.

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