Neuburg an der Donau baut Fernwärmenetz für Klimaneutralität massiv aus
Niklas MeyerNeuburg an der Donau baut Fernwärmenetz für Klimaneutralität massiv aus
Neuburg an der Donau will bis zur Klimaneutralität: Fernwärmenetz wird ausgebaut
Die 30.000-Einwohner-Stadt Neuburg an der Donau arbeitet an ihrer Klimaneutralität, indem sie ihr Fernwärmenetz ausbaut. Das Projekt soll die Abhängigkeit von Gas verringern und eine stabile Wärmeversorgung sichern – selbst in Extremszenarien wie einem Stopp russischer Gaslieferungen.
Das bestehende Fernwärmenetz der Stadt versorgt derzeit rund 400 Gebäude über ein 35 Kilometer langes Leitungsnetz. Jährlich werden so 65 Millionen Kilowattstunden Energie bereitgestellt, die aus Abwärme des örtlichen Glasherstellers Verallia sowie aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen stammen. Diese Struktur spart etwa 18.000 Tonnen CO₂ pro Jahr ein.
Um die Gasabhängigkeit weiter zu reduzieren, plant Neuburg, noch im Herbst einen Hackschnitzel-Heizkessel in Betrieb zu nehmen. Die Kommune hat bereits 40 Millionen Euro in den Netzausbau investiert, weitere 14 Millionen sind für eine Kooperation mit einem lokalen Dämmstoffhersteller vorgesehen. Durch diese Partnerschaft könnten zusätzlich 40 bis 50 Millionen Kilowattstunden in das System eingespeist werden.
Die durch den Ukraine-Krieg gestiegenen Gaspreise haben die Kosten für das städtische Versorgungsunternehmen in die Höhe getrieben. Rund 40 Prozent der Projektausgaben könnten jedoch über Förderprogramme gedeckt werden.
Der Ausbau des Fernwärmenetzes ist ein zentraler Baustein auf Neuburgs Weg zur Klimaneutralität. Die Stadt strebt eine zuverlässige Wärmeversorgung an, will gleichzeitig Emissionen senken und sich weniger anfällig für die Schwankungen des Gasmarktes machen. Das Vorhaben setzt dabei auf lokale Industriepartnerschaften sowie auf externe Fördermittel.






