Neue Arbeitsschutzregeln schützen vor Hitzestress bei Außenarbeiten
Neue Arbeitsschutzregeln gegen Hitzebelastung für Außenbeschäftigte
Die überarbeiteten ASR A5.1-Richtlinien setzen sich nun gezielt mit den Risiken von Hitzestress bei der Arbeit im Freien auseinander. Bei der Bewertung werden Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Windverhältnisse und die körperliche Belastung durch die Tätigkeit berücksichtigt, um Überhitzung zu vermeiden. Arbeitgeber müssen zudem verbesserte Schutzkleidung als zentrale Lösung in Betracht ziehen – besonders dann, wenn technische und organisatorische Maßnahmen an ihre Grenzen stoßen.
Die aktualisierten ASR A5.1-Leitlinien empfehlen ein ganzheitliches Vorgehen gegen Hitzebelastung. Zu den technischen Maßnahmen zählen der Einbau von Schattenspendern, die Optimierung der Belüftung sowie der Einsatz von Wasserkühlsystemen. Auf organisatorischer Ebene werden angepasste Arbeitszeiten, längere Pausen, die Bereitstellung von Trinkwasser und die Verlegung von Tätigkeiten in Innenräume angeraten.
Schutzkleidung rückt in den Fokus Bei der Hitzevorsorge gewinnt spezielle Arbeitskleidung zunehmend an Bedeutung. Für hohe Temperaturen eignen sich leichte Stoffe mit geringem Wärmewiderstand (Rct- oder Clo-Wert) und hoher Feuchtigkeitsdurchlässigkeit (MVTR). Besonders effektiv sind Polyester- oder Polyamid-Mischgewebe, die schnell trocknen und Schweiß aktiv nach außen transportieren.
Ein innovativer Ansatz stammt vom Unternehmen Kübler, das derzeit eine Beschichtung auf Zellulosebasis für Arbeitskleidung testet. Diese kann die Oberflächentemperatur unter direkter Sonneneinstrahlung passiv um bis zu 4 °C senken. Die Technologie ließe sich künftig nicht nur in der Industrie, sondern auch in Sportbekleidung und anderer Freizeitkleidung einsetzen.
Individueller Schutz bleibt unverzichtbar Arbeitnehmer sollten zusätzlich Sonnencreme verwenden, geeignete UV-Schutzaccessoires tragen und auf hitzeangepasste Kleidung achten.
Die neuen Vorschriften unterstreichen, wie wichtig spezialisierte Schutzkleidung für den Hitzeschutz am Arbeitsplatz wird. Da technische und organisatorische Lösungen oft schwer umsetzbar sind, könnten Innovationen wie die kühlende Beschichtung von Kübler praktikable Alternativen bieten. Arbeitgeber und Beschäftigte müssen sich gleichermaßen an die Änderungen anpassen, um hitzebedingte Gesundheitsrisiken zu minimieren.






