08 April 2026, 04:13

Neue deutsche Kulturerbe-Traditionen: Von Schaubudenkunst bis Ostseefischerei

Ein belebter Weihnachtsmarkt in Nürnberg, Deutschland, mit Menschen um dekorierte Stände, festliche Lichter, Schmuck, Gebäude mit Fenstern, ein Riesenrad und einen bewölkten Himmel, mit einer Tafel mit Text auf der rechten Seite.

Neue deutsche Kulturerbe-Traditionen: Von Schaubudenkunst bis Ostseefischerei

Deutschland hat neue Traditionen in seine Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Zu den jüngsten Anmerkungen zählen unter anderem Schaubudenkunst auf Volksfesten und die Fischerei in der Ostsee. Unterdessen sorgt die Streichung von Fördergeldern für ein palästinensisches Übersetzungsprojekt in Berlin für Kontroversen.

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Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und die Deutsche UNESCO-Kommission gaben die Aktualisierungen diese Woche bekannt. Einige langjährige kulturelle Praktiken schafften es auf die Liste, während andere – wie der Döner oder linksalternative Buchhandlungen – nicht berücksichtigt wurden. Zu den neu anerkannten Traditionen gehören die Schaustellerei auf Jahrmärkten und Volksfesten sowie das Handwerk der Herrenschneiderei. Letztere sticht hervor, da ähnliche Schneiderkünste in ganz Europa verbreitet sind. Auch die Ostseefischerei, das Straßenfußballspiel auf dem Bolzplatz und die Laternenumzüge zum Martinsfest im Rheinland erhielten offiziellen Status.

Auffällig abwesend auf der Liste blieben der Döner Kebap und unabhängige, linksgerichtete Buchhandlungen. Selbst die Bratwurst vom Sommerfest der SPD konnte keine Anerkennung erlangen.

Unabhängig davon strich Weimer kürzlich ein Übersetzungsprojekt für palästinensische Autor:innen aus dem Berliner Hauptstadtkulturfonds. Der Schritt löste Proteste von Kulturminister:innen und Senator:innen in acht SPD-geführten Bundesländern aus. Kritiker:innen werfen vor, die Entscheidung untergrabe den kulturellen Austausch und die künstlerische Förderung.

Die aktualisierte Liste umfasst nun 160 anerkannte Traditionen und spiegelt die vielfältige Kulturlandschaft Deutschlands wider. Die Aufnahme von Schaubudenkunst und Herrenschneiderei unterstreicht das Engagement des Landes, sowohl alltagskulturelle als auch spezialisierte Handwerkskünste zu bewahren. Gleichzeitig bleibt die Förderdebatte um das palästinensische Übersetzungsprojekt politisch brisant.

Quelle