Neuköllns SPD setzt auf Janine Wolter als neue Bezirksbürgermeisterin trotz Social-Media-Kritik
Tim KellerNeuköllns SPD setzt auf Janine Wolter als neue Bezirksbürgermeisterin trotz Social-Media-Kritik
Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel wird nach dem Verlust der Rückendeckung in seiner Partei nicht erneut für das Amt kandidieren. Die örtliche SPD hat nun Janine Wolter, die Bezirksstadträtin für Bildung, als seine Nachfolgerin nominiert. Ihre Kandidatur folgt auf eine Kontroverse um ihre Aktivitäten in sozialen Medien.
Im November hatte Hikel angekündigt, als Bezirksbürgermeister zurückzutreten. Zuvor hatte er Wolter wegen Instagram-Beiträgen, die sie geteilt oder mit „Gefällt mir“ markiert hatte, offiziell gerügt. Die im Herbst 2025 veröffentlichten Posts enthielten Inhalte eines politischen Influencers, der Israel kritisch gegenüberstand, sowie einen Kommentar zur Abfangaktion der israelischen Marine gegen die Global Sumud Flotilla.
Hikel argumentierte, Wolters Online-Verhalten mangele es an der Zurückhaltung und Neutralität, die von einer Bezirksstadträtin erwartet werde. Die CDU-Fraktion in Neukölln äußerte Bedenken hinsichtlich ihres Handelns, was zu einer Debatte und einer offiziellen Anfrage führte. Wolter entgegnete, sie habe lediglich einen Beitrag vom Oktober 2025 geteilt und werde sich künftig nicht mehr mit den Inhalten des Influencers beschäftigen.
Trotz der Kritik bleibt Wolter Kandidatin für die Leitung des Neuköllner Bezirksamts. Sie hat ihren Anspruch bekundet, Hikel als nächste Bezirksbürgermeisterin abzulösen. Die Nominierung Wolters durch die SPD deutet auf einen möglichen Führungswechsel in Neukölln hin. Ihre früheren Aktivitäten in sozialen Medien stehen zwar in der Kritik, doch sie hat zugesagt, ihr Online-Verhalten zu ändern. Die endgültige Entscheidung über ihre Kandidatur hängt von weiteren innerparteilichen Beratungen und der öffentlichen Resonanz ab.
