Pistorius bekräftigt Freundschaft mit Frankreich trotz FCAS-Scheitern und benennt Bundeswehr-Herausforderungen
Tim KellerPistorius bekräftigt Freundschaft mit Frankreich trotz FCAS-Scheitern und benennt Bundeswehr-Herausforderungen
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat die Bereitschaft Deutschlands zur Zusammenarbeit und Freundschaft mit Frankreich bekräftigt. Diese Zusicherung erfolgt nach dem Scheitern des Zukunftskampfflugzeug-Projekts Future Combat Air System (FCAS). In jüngsten Stellungnahmen ging er zudem auf drängende innere militärische Herausforderungen ein.
Pistorius betonte, dass moderne militärische Stärke sowohl von hochentwickelter Technologie als auch vom großflächigen Einsatz bezahlbarer Drohnen abhänge. Er unterstrich die Notwendigkeit kostengünstiger Lösungen in der Verteidigungstrategie.
Interne Prüfungen ergaben, dass sich die Gesamtkosten für das Fregatten-Projekt F126 auf über 18 Milliarden Euro belaufen – eine Steigerung um 8 Milliarden. Der Minister forderte zudem eine bessere Nutzung des Know-hows der Automobilindustrie im Verteidigungssektor.
Ein neuer Runden Tisch soll den Dialog zwischen Vertretern der Industrie fördern. Ziel ist es, Lieferketten abzusichern und Engpässe in kritischen Bereichen zu verhindern.
Zur Personalfrage erklärte Pistorius, es bestehe derzeit keine Notwendigkeit, die allgemeine Wehrpflicht wieder einzuführen. Als Hauptprobleme nannte er den Mangel an Ausbildern und Infrastruktur. Der Fokus bleibe vorerst auf dem freiwilligen Wehrdienst, eine selektive Dienstpflicht stehe nicht zur Debatte. Allerdings räumte die Koalition ein, dass Anpassungen nötig werden könnten, falls offene Stellen das Angebot qualifizierter Bewerber übersteigen. Der Minister verwies darauf, dass die Bundeswehr ausgebaut werde und die Regierung die Fortschritte genau verfolge.
Pistorius bestätigte, dass Deutschland in absehbarer Zeit nicht zur allgemeinen Wehrpflicht zurückkehren werde. Priorität habe weiterhin die freiwillige Rekrutierung sowie die Schließung struktureller Lücken. Die Regierung behält die Erweiterung der Verteidigungskapazitäten und die Sicherheit der Lieferketten als zentrale Aufgaben im Blick.
