25 March 2026, 14:15

Podcast-Werbung in der Kritik: Wo hört Journalismus auf, wo beginnt Schleichwerbung?

Schwarze-weiße Zeitungsseite mit mehreren Anzeigen mit Text und Bildern.

Podcast-Werbung in der Kritik: Wo hört Journalismus auf, wo beginnt Schleichwerbung?

Eine Debatte über Werbung in Podcasts ist entbrannt, nachdem der Journalist Gabor Steingart in seiner Sendung Morning Briefing von Moderatoren vorgelesene Werbespots kritisiert hatte. Er wirft solchen Praktiken vor, gegen den Deutschen Pressekodex zu verstoßen, da sie die Grenze zwischen redaktionellem Inhalt und Werbung verwischen. Die Diskussion hat mittlerweile Reaktionen von Medienvertretern, Branchenbeobachtern und dem Presserat selbst ausgelöst.

Im Mittelpunkt von Steingarts Kritik stehen Journalisten, die in ihren Podcasts Werbung einbauen, ohne diese deutlich als solche zu kennzeichnen. In seiner Sendung spielte er Audioausschnitte bekannter Medienpersönlichkeiten ab, die Produkte oder Dienstleistungen bewarben. Seine Argumentation: Hörer könnten oft nicht zwischen unabhängiger Berichterstattung und bezahlten Empfehlungen unterscheiden.

Besonders kritisierte er den OMR-Podcast von Philipp Westermeyer, dem es an transparenter Werbekennzeichnung mangele. Steingart wies zudem darauf hin, dass weder sein Medium The Pioneer noch andere deutsche Medienhäuser verbindliche Richtlinien für die Trennung von Werbung in Podcasts eingeführt hätten. Öffentliche Unterlagen bestätigen, dass bisher weder ein Podcast noch ein Verlag solche Regeln etabliert hat.

Die Reaktionen auf Steingarts Position fallen gemischt aus. Die Medienmanagerin Dagmar Rosenfeld wies seine Bedenken zurück und erklärte, von Moderatoren gesprochene Werbung sei im internationalen Qualitätsjournalismus üblich. Andere Branchenvertreter bezeichneten seine Kritik als übertrieben – einige nannten sie gar "hanebüchen", andere wieder "ehrbar".

Steingart hat Journalisten, die seiner Meinung widersprechen, zu einer öffentlichen Debatte eingeladen. Gleichzeitig räumte er ein, dass The Pioneer sich nicht an die freiwillige Selbstregulierung des Presserats halte. Der Deutsche Presserat bestätigte unterdessen, dass er moderierte Werbespots in Podcasts bisher nie formal geprüft habe.

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Die Kontroverse offenbart eine Lücke in den Branchenstandards für Podcast-Werbung. Bisher hat kein deutsches Medienhaus klare Regeln für die Kennzeichnung oder Trennung von Werbung in Audioinhalten aufgestellt. Vorerst bleibt die Debatte ungelöst – ohne formelle Schritte von Regulierungsbehörden oder Verlagen.

Quelle