Preisschock an der Mailänder Scala: 30 Prozent Aufschlag für Top-Plätze löst Proteste aus
Tim KellerPreisschock an der Mailänder Scala: 30 Prozent Aufschlag für Top-Plätze löst Proteste aus
Preise für begehrte Plätze an der Mailänder Scala steigen um über 30 Prozent
Die Ticketpreise für einige der gefragtesten Sitze im Mailänder Opernhaus La Scala sind um mehr als 30 Prozent gestiegen. Die Erhöhung stößt auf scharfe Kritik, insbesondere bei den treuen Stammgästen des Hauses. Bei der jüngsten Premiere von Verdis Carmen kam es zu Protesten, bei denen aus den oberen Rängen Flugblätter geworfen wurden.
Von der Preiserhöhung sind nur 36 der insgesamt 531 Sitze betroffen. Abo-Karten, die bisher 800 Euro kosteten, schlagen nun mit 1.050 Euro zu Buche. Die Leitung versichert, dass unter dem aktuellen Intendanten Fortunato Ortombina keine weiteren Anpassungen geplant seien.
Die Preisanpassung steht im Zusammenhang mit anstehenden Tarifverhandlungen und dem Umzug der Werkstätten des Theaters in den Stadtteil Rubattino. Trotz der Änderungen bleiben die meisten Plätze erschwinglich: Stehplatzkarten in der Galerie kosten in der Spielzeit 2025/26 45,56 Euro und im folgenden Jahr 46,94 Euro.
Die Loggionisti, eine Gruppe engagierter Opernbesucher, verurteilen die Änderungen als „Gentrifizierung der Scala“ und „ein Theater für Reiche“. Die Leitung hingegen relativiert die Kritik und verweist darauf, dass La Scala ohnehin das teuerste Theater Europas sei – nach dem Salzburger Festspiele an zweiter Stelle.
Im Kern dreht sich die Debatte um eine zwar begrenzte, aber symbolträchtige Preiserhöhung für eine Handvoll Sitze. Die Proteste spiegeln die Spannungen zwischen Tradition und Modernisierung an diesem historischen Ort wider. Die Theaterführung betont, die Änderungen seien notwendig und beträfen nur einen kleinen Teil des Angebots.






