Regierungs-Dienstwagen verfehlen EU-Klimaziele – Luxusflotten besonders dreist
Niklas MeyerRegierungs-Dienstwagen verfehlen EU-Klimaziele – Luxusflotten besonders dreist
Mehr als die Hälfte der offiziellen Dienstwagen deutscher Ministerien erfüllt die EU-Abgasnormen nicht – das ergab eine aktuelle Überprüfung. Demnach überschreiten 63 Prozent der Fahrzeuge, die von führenden Politikern genutzt werden, den EU-Durchschnittswert von 93,6 Gramm CO₂ pro Kilometer. Sieben Bundesministerien erhielten sogar eine offizielle Rüge – im Behördenjargon "Rote Karte" genannt – wegen der überdurchschnittlich hohen Emissionen ihrer Fahrzeugflotten.
Besonders negativ fiel der bayerische Ministerpräsident Markus Söder auf: Sein Dienstwagen stößt schätzungsweise 292 Gramm CO₂ pro Kilometer aus – mehr als das Dreifache des EU-Grenzwerts. Bei sieben Bundesministern lagen die Emissionen ihrer Fahrzeuge über 20 Gramm pro Kilometer über dem Zielwert.
Luxusmarken wie BMW, Audi und Mercedes, die häufig für den VIP-Transport genutzt werden, überschritten die EU-Vorgaben im rein verbrennungsbetriebenen Modus teilweise um das Doppelte. Trotz dieser Bilanz besteht die Regierungsflotte mittlerweile zu 57 Prozent aus vollelektrischen Fahrzeugen, wobei deren Energieeffizienz jedoch stark variiert.
Die besten Werte wies die Fraktion der Grünen auf: Ihre Dienstwagen kamen im Schnitt auf nur 85 Gramm CO₂ pro Kilometer. Besonders vorbildlich war das Fahrzeug von Umweltminister Carsten Schneider mit lediglich 62 Gramm pro Kilometer. Dennoch bleibt die Gesamtflotte auf Kurs, ihr CO₂-Budget zu reißen.
Der Bericht zeigt eine deutliche Lücke zwischen politischen Klimazielen und der tatsächlichen Performance der Regierungsfahrzeuge. Zwar gibt es Fortschritte durch die Elektrifizierung, doch hoch-emittierende Luxusmodelle treiben die Gesamtbilanz weiterhin über die EU-Grenzwerte. Die sieben gerügten Ministerien stehen nun unter Druck, ihre Umweltbelastung zu verringern.






