Rehbock Erwin landet versehentlich im Schwarzwald – wer trägt die Schuld?
Tim KellerElk Erwin auf der wilden Gänseschau - Lief alles nach Plan? - Rehbock Erwin landet versehentlich im Schwarzwald – wer trägt die Schuld?
Rehbock Erwin, auch bekannt als Lord Fynn, sollte eigentlich vom Wildpark Pforzheim nach Bayern gebracht werden. Stattdessen landete das Tier im Schwarzwald – und löste damit Ermittlungen aus. Nun prüfen die Behörden, wie es zu dem Fehler kommen konnte und wer die Verantwortung trägt.
Vor dem Transport musste der Wildpark Pforzheim überprüfen, ob der aufnehmende Park das Reh artgerecht unterbringen konnte. Zudem waren ein Herkunftsnachweis und ein Transportdokument für das Tier erforderlich. Diese Unterlagen sind laut EU-Vorschriften für den Ferntransport von Rehen verpflichtend.
Der Transportunternehmer, der über eine Genehmigung des örtlichen Veterinäramts verfügen muss, übernahm Erwin nach der Übergabe. Doch die EU schreibt für solche Fahrten auch einen Kompetenznachweis und eine offizielle Zulassung vor. Unklar bleibt jedoch, welche Route genau gewählt wurde und wie der Transporteur vorging – Fragen, die die Polizei noch nicht beantworten kann.
Die Ermittler stehen vor einer zusätzlichen Hürde: Der Transporteur könnte als Beschuldigter gelten. In diesem Fall darf er nicht zur Aussage gezwungen werden, was die Aufklärung erschwert. Gleichzeitig gibt es keine konkreten EU-Richtlinien, wie Rehkitze während des Transports untergebracht werden müssen. Auch die Veterinärbehörde Karlsruhe hat keine detaillierten Kontrollmechanismen vorgelegt.
Der Fall offenbart Lücken in der Überwachung von Tiertransporten. Zwar hat der Wildpark Pforzheim seine papierlichen Pflichten erfüllt, doch der unerwartete Abstecher des Rehs wirft Fragen zur Verantwortung der Transporteure auf. Die Polizei sammelt weiterhin Beweise – doch rechtliche Hürden könnten die Ermittlungen verzögern.