Rentenalter steigt auf 68 – Akademiker gewinnen, Geringverdiener verlieren
Claudia SchmitzRentenalter steigt auf 68 – Akademiker gewinnen, Geringverdiener verlieren
Rentenalter in Deutschland soll steigen – Akademiker profitieren am stärksten
Nach neuen Vorschlägen der Rentenkommission der Bundesregierung soll das Renteneintrittsalter in Deutschland schrittweise angehoben werden. Betroffen sind vor allem Arbeitnehmer ohne Hochschulabschluss, die künftig länger arbeiten müssen. Akademiker, die in der Regel höhere Einkommen beziehen und eine längere Lebenserwartung haben, würden von den verlängerten Rentenbezügen dagegen besonders profitieren.
Aktuell liegt das reguläre Renteneintrittsalter in Deutschland bei 67 Jahren für alle, die nach 1964 geboren wurden. Die Rentenkommission schlägt nun weitere Erhöhungen vor: Bis 2041 soll das Alter auf 67,5 Jahre steigen, bis 2051 sogar auf 68. Bundeskanzler Friedrich Merz unterstützt die Pläne und argumentiert, dass Personen, die später ins Berufsleben einsteigen, weniger in die Rentenkasse eingezahlt hätten als jene, die mit 16 Jahren zu arbeiten beginnen und 45 Jahre lang durchgehend Beiträge leisten.
Die Kommission lehnt es ab, das Renteneintrittsalter an die Beitragsjahre zu koppeln – obwohl dies von vielen als gerechter angesehen wird. Zudem soll die Regelung gestrichen werden, die bisher ein abschlagsfreies Rentenalter nach 45 Beitragsjahren ermöglicht. Für Arbeitnehmer in körperlich belastenden Berufen soll stattdessen eine „individuelle Gesundheitsprüfung“ über die Möglichkeit eines vorzeitigen Renteneintritts entscheiden.
Die Bundesregierung übernimmt die Empfehlungen der Kommission vollständig. Künftig erhalten Akademiker aufgrund ihrer höheren Lebenserwartung und Einkommen länger eine höhere Rente. Für alle anderen Arbeitnehmer bedeutet die Reform, dass sie länger im Berufsleben bleiben müssen. Besonders hart könnte es Beschäftigte in körperlich anstrengenden Jobs treffen, wenn sie gesundheitlich nicht bis zum neuen Renteneintrittsalter arbeiten können. Die Änderungen sollen schrittweise umgesetzt werden, die erste Erhöhung tritt 2041 in Kraft.
