Revolutionäre Nanokapseln fangen Viren wie eine Falle ein und neutralisieren sie
Tim KellerRevolutionäre Nanokapseln fangen Viren wie eine Falle ein und neutralisieren sie
Ein interdisziplinäres Forschungsteam der Technischen Universität München (TUM) hat einen neuen Ansatz zur Bekämpfung von Viren entwickelt. Mithilfe von Nanokapseln können sie Infektionen einfangen und neutralisieren. Die Methode bietet eine potenzielle Lösung für Fälle, in denen bisher kaum Gegenmittel existieren.
Die Wissenschaftler:innen stellten die Virenfallen mit der DNA-Origami-Methode her. Dabei werden Nanokapseln aus genetischem Material gefertigt, die speziell darauf ausgelegt sind, Viren einzuschließen. Getestet wurde das Verfahren an adenoassozierten Viren und Hepatitis-B-Virus-Kapsiden in Zellkulturen.
Schon eine einfache Halbschale der passenden Größe reduziert die Virusaktivität. Durch zusätzliche Bindungsstellen im Inneren der Kapsel gelang es dem Team, die Viren vollständig zu blockieren. Die Ausgangsmaterialien für diese Fallen lassen sich biotechnologisch kostengünstig in großen Mengen herstellen.
Die Forscher:innen gehen davon aus, dass das Material vom menschlichen Körper gut vertragen wird. Diese Einschätzung basiert auf der Verwendung biokompatibler genetischer Komponenten im Design.
Die neue Strategie zeigte in Labortests Erfolge gegen Hepatitis- und adenoassozierte Viren. Sie bietet eine skalierbare und kosteneffiziente Methode zur Herstellung virenneutralisierender Fallen. Der Ansatz könnte die Lücke an wirksamen Behandlungsmöglichkeiten bei vielen Viruserkrankungen schließen.






