Solar Fabrik-Chef in Haft: Zollermittlungen und Expansionspläne im Fokus
Mia SchmittSolar Fabrik-Chef in Haft: Zollermittlungen und Expansionspläne im Fokus
Der Geschäftsführer der Solar Fabrik GmbH steht unter Verdacht, Zollstraftaten begangen zu haben, und wird daher ermittelt. Christian L. befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft, während die Behörden seine früheren Geschäftstätigkeiten prüfen. Im Mittelpunkt des Falls steht seine Rolle bei einem inzwischen abgewickelten Unternehmen in den Jahren 2014 bis 2016.
Unterdessen hatte die Solar Fabrik im Mai 2023 Pläne bekannt gegeben, die Produktion in Deutschland auszubauen – mit einer neuen Fabrik für hoch effiziente Solarmodule.
Christian L. hatte 2010 die ESC Verwaltungs GmbH gegründet und bis zu deren Liquidation 2022 geleitet. Die Staatsanwaltschaft Würzburg ermittelt nun gegen das Unternehmen wegen dessen Geschäftsaktivitäten zwischen 2014 und 2016, als L. als Geschäftsführer fungierte. Die Untersuchungen hängen mit seinem Erwerb von Teilen der insolventen Solar-Fabrik AG im Jahr 2016 zusammen, aus der später die Solar Fabrik GmbH hervorging.
Im Mai 2023 kündigte das Unternehmen an, in Hösbach bei Aschaffenburg eine Fabrik für TOPCon-Solarmodule mit einer Kapazität von 300 Megawatt zu errichten. Dieser Schritt erfolgte zu einer Zeit, in der andere deutsche Solarmodulhersteller mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatten. So gaben Meyer Burger, Solarwatt und Heckert Solar in diesem Jahr Schließungen oder Produktionskürzungen an ihren deutschen Standorten bekannt.
Die Ermittlungen fallen in eine Phase tiefgreifender Veränderungen in der europäischen Solarindustrie. Im September 2018 hatte die EU die Mindestimportpreise für chinesische Solarmodule und -zellen abgeschafft, was den Wettbewerbsdruck auf heimische Hersteller erhöhte.
Christian L. bleibt vorerst in Haft, während die Ermittlungen andauern. Trotz der rechtlichen Prüfung und eines schwierigen Marktumfelds für deutsche Solarmodulhersteller treibt die Solar Fabrik ihre Expansionspläne voran. Der Ausgang des Verfahrens könnte sich auf die künftigen Geschäfte des Unternehmens und die gesamte Branche auswirken.






