22 March 2026, 20:23

Südzucker kürzt Rübenanbau und setzt auf Nachhaltigkeit und faire Verträge

Ein Vintage-Plakat mit leuchtend bunten Gemüsen wie Tomaten und Rüben in einem Muster angeordnet, mit der Aufschrift "Marktgärtner's Beet" in fetter Schrift auf einem gedämpften blauen, grünen und gelben Hintergrund.

Südzucker kürzt Rübenanbau und setzt auf Nachhaltigkeit und faire Verträge

Südzucker passt Rübenanbau an Marktbedingungen und Langfriststrategie an

Angesichts von Marktdruck und langfristiger Ausrichtung stellt der Zuckerhersteller Südzucker seine Zuckerrübenproduktion um. Das Unternehmen hat neue Verträge für Landwirte eingeführt, die Mindestpreise festlegen und auf eine nachhaltige Anbaumethode setzen. Die Änderungen erfolgen vor dem Hintergrund eines weiterhin hohen globalen Zuckerangebots, das die Preise drückt und lokale Bauern belastet.

Die Anbaufläche für Zuckerrüben in Südbayern ist seit 2023 um 15–20 Prozent geschrumpft. Damals wurden noch rund 12.000 Hektar bewirtschaftet, doch bis 2025 wird die Fläche voraussichtlich auf etwa 9.500–10.000 Hektar sinken. Der Rückgang ist eine Folge der von Südzucker geplanten Produktionskürzungen, wirtschaftlicher Herausforderungen und eines Trends unter Landwirten, vermehrt auf Alternativkulturen wie Getreide umzusteigen.

Jeder Landwirt entscheidet individuell, in welchem Umfang er seinen Rübenanbau reduziert – in Abstimmung mit Südzucker. Das Unternehmen stellt den Erzeugern zudem ein Instrumentarium zur Verbesserung der Erntegesundheit zur Verfügung, das Fruchtfolge, Schädlingsbekämpfung und Monitoring umfasst. Besonders im Fokus stehen nun Mikronährstoffe, um die Rüben während der Zikadenflugzeit widerstandsfähiger zu machen.

Trotz der Einschnitte bleiben Zuckerrüben ein zentraler Bestandteil von Südzuckers Langzeitplanung. Das Unternehmen betont, dass Verbraucher "Rübenzucker" als regional erzeugtes Produkt schätzen. Gleichzeitig diversifiziert Südzucker sein Geschäft: Zucker macht nur noch 40 Prozent des Umsatzes aus, der Rest entfällt auf zuckerunabhängige Sparten.

Eine Ausweitung der Produktionsstandorte in Bayern oder Süddeutschland ist nicht geplant. Stattdessen investiert das Unternehmen in neue Verwendungsmöglichkeiten für Zucker. Notfallzulassungen für den Rübenanbau, die Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir für 2026 gesichert hat, geben den Erzeugern zusätzliche Planungssicherheit.

Dr. Stefan Streng, Vorstandsvorsitzender von Südzucker, balanciert die Interessen von Aktionären und Landwirten aus, indem er für faire Vertragsbedingungen sorgt. Sein Ziel ist es, den Rübenanbau auch künftig wirtschaftlich tragfähig und nachhaltig zu gestalten.

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Die Umstellungen bedeuten, dass in Südbayern weniger Zuckerrüben angebaut werden. Südzucker will jedoch seine bestehenden Werke weiterbetreiben. Die Landwirte arbeiten künftig mit neuen Verträgen zu festgelegten Preisen, während das Unternehmen auf Innovation und Diversifizierung setzt. Die Veränderungen spiegeln sowohl die Marktrealität als auch das langfristige Bekenntnis zu einer nachhaltigen Zuckerproduktion wider.

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