Vatikan lehnt Laienpredigten ab – Streit um Reformen im "Synodalen Weg"
Niklas MeyerVatikan lehnt Laienpredigten ab – Streit um Reformen im "Synodalen Weg"
Der Vatikan hat einen Antrag der Deutschen Bischofskonferenz abgelehnt, Laien die Predigt während der Messe zu gestatten. Die Entscheidung folgt auf eine Debatte im Rahmen des „Synodalen Wegs“ in Deutschland, bei dem Laiengruppen eine stärkere Einbindung in liturgische Aufgaben fordern.
Die Deutsche Bischofskonferenz hatte offiziell beim Vatikan um Erlaubnis gebeten, qualifizierten Laien zu ermöglichen, während der Sonntags- und Feiertagsmessen die Homilie zu halten. Kardinal Arthur Roche begründete in seiner Antwort, dass die Predigt aufgrund des Charakters der Liturgie Priestern oder Diakonen vorbehalten bleibe. Er berief sich dabei auf das Kirchliche Gesetzbuch (Codex Iuris Canonici) sowie die Instruktion Redemptionis Sacramentum aus dem Jahr 2004 als Grundlage für die Ablehnung.
Die deutschen Bischöfe akzeptierten die Entscheidung und bestätigten, dass die Homilie weiterhin Geweihten vorbehalten bleibt. Dennoch bestehen Laiengruppen im „Synodalen Weg“ auf ihrem Recht, predigen zu dürfen. Irme Stetter-Karp, Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, kündigte an, das Thema weiterhin mit den Bischöfen zu verhandeln.
Papst Franziskus hatte den „Synodalen Weg“ bereits zuvor kritisiert und gewarnt, er werde von ideologischen Prinzipien statt vom Heiligen Geist geleitet. Auch der Katholische Deutsche Frauenbund äußerte sich ablehnend zur Entscheidung des Vatikans und bezeichnete sie als ausschließend gegenüber Frauen.
Die Entscheidung des Vatikans bestätigt das bestehende Kirchenrecht, das die Predigt Priestern und Diakonen vorbehält. Die Ablehnung lässt die Vorschläge des „Synodalen Wegs“ zur Laienpredigt damit vorerst ungelöst. Befürworter aus den Reihen der Laien kündigten an, ihre Bemühungen um eine Änderung der kirchlichen Praxis fortzusetzen.
