WM-Fieber kostet deutsche Wirtschaft 1,3 Milliarden Euro an Produktivität
Claudia SchmitzWM-Fieber kostet deutsche Wirtschaft 1,3 Milliarden Euro an Produktivität
Die Fußball-Weltmeisterschaft läuft auf Hochtouren – mit Rekordzahlen: 104 Spiele verteilen sich über fast fünf Wochen. Deutsche Unternehmen spüren die Auswirkungen, da Beschäftigte während der Arbeitszeit dem Turnier folgen. Die Produktivitätseinbußen belaufen sich Schätzungen zufolge auf rund 1,3 Milliarden Euro für die Wirtschaft.
Arbeitnehmer in Deutschland verbringen im Schnitt täglich 26 Minuten mit weltmeisterschaftsbezogenen Aktivitäten. Etwa jeder Siebte gibt zu, heimlich während der Arbeitszeit Spiele zu verfolgen. Viele Partien beginnen in Deutschland erst nach Mitternacht oder am frühen Morgen – für Fans wird es so schwierig, Beruf und Fußballleidenschaft unter einen Hut zu bringen.
Das deutsche Arbeitsrecht räumt Beschäftigten kein generelles Recht ein, das Turnier während der Arbeitszeit ohne Zustimmung des Arbeitgebers zu verfolgen. Gerichte haben zwar entschieden, dass das Hören von Spielen im Radio zulässig ist, sofern es Kollegen nicht stört oder die Leistung beeinträchtigt. Wer jedoch wegen nächtlicher Fußballnächte zu spät kommt oder betrunken zur Arbeit erscheint, muss mit disziplinarischen Maßnahmen oder unbezahltem Urlaub rechnen.
Das Turnier bringt den Arbeitsalltag durcheinander: Deutsche Angestellte verlieren etwa zwölf Stunden an Produktivität. Für Unternehmen bedeutet das einen Schaden von 1,3 Milliarden Euro, da die Belegschaft zwischen Job und Fußball hin- und hergerissen ist. Wer sich vom WM-Fieber zu sehr ablenken lässt, muss mit strengen Konsequenzen rechnen.






