24 March 2026, 08:13

Hoeneß entfacht Streit über Arbeitsmoral – und warum junge Leute die Lust verlieren

Ein detailliertes Bild des Kaiser-Friedrichs-Gymnasiums in Frankfurt, Deutschland, auf dem Cover eines alten Buches.

Hoeneß entfacht Streit über Arbeitsmoral – und warum junge Leute die Lust verlieren

FC-Bayern-München-Präsident Uli Hoeneß hat mit jüngsten Äußerungen eine neue Debatte über die Arbeitsmoral in Deutschland ausgelöst. Darin kritisierte er junge Menschen als unmotiviert und stellte infrage, ob die Betonung der Work-Life-Balance dem beruflichen Erfolg eher nützt oder schadet. Seine Aussagen fallen in eine Zeit, in der sich die politische Unterstützung unter Arbeitnehmern deutlich von den traditionellen Parteien wie SPD und CDU abwendet.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Hoeneß argumentierte, viele junge Leute hätten keine Freude mehr an ihrer Arbeit und gingen nur noch mit Widerwillen ins Büro. Zudem deutete er an, dass das Streben nach Ausgleich zwischen Beruf und Privatleben nicht zwangsläufig zu Erfolg führe. Zwar räumte er Versäumnisse früherer Regierungen ein, die aktuelle Bundesregierung machte er für die Problematik jedoch nicht verantwortlich.

SPD und CDU hatten im Wahlkampf noch versprochen, dass sich "harte Arbeit in Deutschland wieder lohnen" solle. Doch Umfragen zeigen: Seit 2021 ist ihre Unterstützung bei Arbeitern dramatisch gesunken. Die SPD fiel von etwa 25 auf rund 15 Prozent, die Union (CDU/CSU) von knapp 25 auf 20 bis 25 Prozent in aktuellen Erhebungen von 2025. Gleichzeitig legte die rechtspopulistische AfD in dieser Gruppe auf 25 bis 30 Prozent zu – besonders stark in Ostdeutschland.

Studien von Infratest dimap und der Forschungsgruppe Wahlen benennen die Gründe für diesen Wandel: Arbeiter nennen wirtschaftliche Belastungen wie Inflation und Energiepreise, Sorgen über Migration sowie Misstrauen gegenüber den etablierten Parteien nach Affären wie Cum-Ex oder Wirecard. Die populistischen Botschaften der AfD zu Arbeitsplätzen und nationaler Identität finden dabei zunehmend Anklang. Viele sind überzeugt, dass Fleiß allein keine faire Gegenleistung mehr garantiert – was die Unzufriedenheit weiter schürt.

Hoeneß' Aussagen fügen sich in eine bundesweite Diskussion über Leistung, Motivation und Gerechtigkeit am Arbeitsplatz ein. Angesichts des Bedeutungsverlusts traditioneller Parteien und des AfD-Zulaufs unter Arbeitnehmern dürfte die Debatte über Arbeitskultur und Wirtschaftspolitik weiter an Fahrt aufnehmen. Der Wandel der politischen Loyalitäten spiegelt eine tiefere Frustration über gebrochene Versprechen und veränderte Einstellungen zur Arbeit wider.

Quelle