Renault reformiert seine Lieferkette gegen Energiekosten und globale Krisen
Tim KellerRenault reformiert seine Lieferkette gegen Energiekosten und globale Krisen
Renault gestaltet sein Logistiknetzwerk um, um den steigenden Energiekosten und Lieferkettenstörungen zu begegnen. Der Automobilhersteller sieht sich mit globaler Instabilität konfrontiert, darunter Chinas strenge Null-Covid-Politik und deren Auswirkungen auf den Schiffsverkehr. Jean-François Salles, bei Renault globaler Vizepräsident für die Lieferkette, wies auf diese Herausforderungen während einer kürzlichen Branchenkonferenz in München hin.
Die Automobilbranche leidet unter Ungleichgewichten zwischen Nachfrage und Kapazitäten, die durch den Lockdown in Shanghai noch verschärft wurden. Renault, Teil der Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz, strebt an, die Zahl der Zulieferstandorte zu reduzieren und die Flexibilität zu erhöhen, um diese Probleme zu bewältigen.
Das Unternehmen verlagert seine Strategie hin zu industriellen Clustern, um die lokale Versorgung zu stärken. Dies wird mit einer sicheren Beschaffung aus kostengünstigen Produktionsstandorten kombiniert. Um seine Umweltbilanz zu verbessern, plant Renault zudem, den Einsatz von Kurzstrecken-Schifffahrt und Schienentransport auszubauen und so die Beschaffung mit Nachhaltigkeitszielen in Einklang zu bringen.
Digitale Werkzeuge werden eingeführt, um die Lieferung vielfältiger Komponenten in globalen Lieferketten zu optimieren. Sie sollen helfen, Beschaffungsentscheidungen für Bauteile vorwegzunehmen und Zeitpläne effizienter zu steuern. Zudem baut Renault die Sicherheitsbestände aus und investiert stärker, um die Teileverfügbarkeit angesichts anhaltender Lieferrisiken zu sichern.
Die Sales-and-Operations-Planning-Prozesse (S&OP) bleiben entscheidend, um auf Krisen zu reagieren. Sie ermöglichen es Renault, bei Lieferengpässen schnell zu handeln und gleichzeitig die Profitabilität in einer Branche mit geringen Margen zu wahren.
Mit den Umstellungen will Renault die Effizienz und Regionalisierung seiner Lieferkette verbessern. Die Maßnahmen erfolgen in einer Phase globaler Störungen und steigender Kosten. Langfristig sollen sie die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens stärken und die Umweltbelastung verringern.






