Wenn Konfrontationstherapie in absurden Experimenten endet
Ein mutiges Desensibilisierungs-Experiment nahm eine unerwartete Wendung, als eine Teilnehmerin ihre Angst vor nackten Auftritten stellte. Was als harmloses Spiel begann – der Besuch jeder Vorstellung eines nackten Schauspielers –, eskalierte bald in weit seltsamere Gefilde. Aus dem zunächst lockeren Versuch wurde schnell eine Geduldsprobe.
Die Idee stammte von einer Freundin, die eine Konfrontationstherapie vorschlug, um tiefsitzende Ängste zu überwinden. Doch niemand ahnte, wohin das führen würde. Die erste Aufgabe klang einfach: Jeden Auftritt eines Hauptdarstellers in Adamskostüm besuchen. Doch die Regeln des Spiels wurden immer extremer. Bald mussten die Teilnehmer jeden FKK-Strand an Nord- und Ostsee abklappern.
Dann kam die eigentliche Bewährungsprobe – eine verpflichtende Kreuzfahrt mit täglichem Besuch von „Heino trifft Rammstein“, einem surrealen Musik-Mashup. Die Absurdität trieb die Gruppe an ihre Grenzen. Zur Erholung griff man zu „Frühling für Hitler“, einer satirischen Filmkomödie, die wenigstens vorübergehend Abhilfe vom Chaos versprach.
Mittendrin erlebte eine Teilnehmerin zudem ein optisch beeindruckendes Theaterstück über Apokalypse, Durchhaltevermögen und Gemeinschaft. Nach zwei Stunden brandete tosender Applaus auf – bis auf ein einzelnes Buh aus den Reihen eines unzufriedenen Zuschauers.
Unterdessen fragten Freunde, ob sie schon die neueste Produktion in einem anderen großen Berliner Theater gesehen hätten. Die Unterhaltung brachte eine spielerische Idee hervor: ein „Sensibilisierungsprogramm“ gegen Rechtsextremismus, finanziert durch Vorführungen klassischer Filme. Das Desensibilisierungsexperiment lotete Grenzen aus – von nackten Bühnenauftritten bis zu skurrilen Kreuzfahrt-Shows. Manche Ängste wurden überwunden, andere blieben. Zurück blieb ein Mix aus Erschöpfung und Belustigung.
Das erdachte Sensibilisierungsprogramm hingegen blieb, was es war: ein amüsanter Gedanke, nicht mehr. Doch das Spiel bewies eines: Die Konfrontation mit Ängsten kann unerwartete – und mitunter absurde – Wege nehmen.






