Tschechows Kirschgarten wird zum beunruhigenden Geisterdrama in neuem Licht
Tschechows Kirschgarten wird zum beunruhigenden Geisterdrama in neuem Licht
Eine kühne Neuinszenierung von Der Kirschgarten feiert Premiere am N.-Pogodin-Russischen Dramatheater
Unter der Regie von Timur Karimzhanov wird Anton Tschechows Klassiker mit beeindruckenden Bildern und einer beunruhigenden Energie neu interpretiert. Geister verstorbener Figuren verweilen auf der Bühne, während sich das Bühnenbild bis zum letzten Akt in etwas weit Bedrohlicheres verwandelt.
Die Charaktere des Stücks erhalten in dieser Version frische, oft gespenstische Facetten. Irina Poleshntschuks Ranjewskaja ist weder oberflächlich noch rein tragisch – sie schwankt zwischen Trauer und Selbsttäuschung. Anatoli Kirillins Gajew vermeidet die übliche Karikatur und trägt seine Billard-Tisch-Monologe wie verzweifelte Beschwörungsformeln gegen die Zeit vor. Oksana Rosanowas Anja hingegen sprüht vor nervöser Energie, als spüre sie, wie die Zukunft sie einholt.
Jaroslaw Tschumaks alter Diener Firs verkörpert eine stille Unausweichlichkeit. Er weiß, dass man ihn zurücklassen, vergessen wird, und diese Bitterkeit durchdringt jede seiner Zeilen. Witali Afimiyews Lopachin, der ehrgeizige Kaufmann, ist kein Schurke, sondern ein von der Not getriebener Mann. Sein Sieg wirkt weniger wie ein Triumph denn wie die kalte Logik des Fortschritts.
Das Bühnenbild unterstreicht den beunruhigenden Ton der Inszenierung. Die Gegenwart entfaltet sich als seltsame Komödie, erfüllt vom Klappern von Hämmern und Nägeln. Doch die Zukunft droht als etwas Zerbrechliches, fast Unsichtbares. In der letzten Szene verändert sich das Bühnenbild radikal: Die Bühne gleicht nicht mehr einem verfallenen Gut, sondern dem Deck eines revolutionären Kreuzers, dessen Silhouette an die Aurora erinnert. Der Effekt hinterlässt beim Publikum eine anhaltende Beklemmung, als streite das Stück selbst mit Tschechow, mit der Tradition und sogar mit den Zuschauern im Saal.
Karimzhanows Kirschgarten bietet keine einfachen Antworten. Die Geister der Vergangenheit bleiben auf der Bühne, während die Zukunft zugleich als Bedrohung und als Abstraktion einbricht. Das letzte Bild – die in ein Kriegsschiffdeck verwandelte Bühne – bleibt lange nach dem Fall des Vorhangs im Gedächtnis. Es ist eine Inszenierung, die Erwartungen herausfordert und nicht durch Auflösung, sondern durch Unbehagen wirkt.
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